5 | 2. Nähe & Vertrauen trotz Scham

💚

Würde bewahren – auch wenn es unangenehm wird

Chronische Wunden betreffen oft intime Körperbereiche.
Geruch, Aussehen oder Unsicherheit können zu Scham und Rückzug führen.
Gerade jetzt ist ein achtsamer, würdevoller Umgang besonders wichtig.

Was Vertrauen stärkt:

offen sprechen, ohne zu bewerten „Was ist dir unangenehm?“

klare Rollen: wer hilft – und wann?

möglichst viel Selbstständigkeit lassen

Intimbereich schützen: Sichtschutz, ruhiger Ton, nur das Nötigste entkleiden

regelmäßig versichern: „Du brauchst dich nicht zu schämen.“

🧭

Was helfen kann, wenn Nähe schwierig wird:

Wundversorgung mit festem, klaren Ablauf gestalten

Decke oder Tuch als Sichtschutz nutzen

mit Blickkontakt oder Berührung beruhigen

andere Bezugsperson einbinden, wenn es zu belastend ist

professionelle Hilfe nutzen: Wundexperten, ambulanter Pflegedienst

📌

Beispiel aus dem Alltag:

Frau Berger wird von ihrem Sohn gepflegt. Die Wunde befindet sich am Oberschenkel – das war beiden anfangs unangenehm.
Heute nutzen sie eine Sichtschutz-Decke und erklären jeden Schritt leise. Die Stimmung ist ruhig – das Vertrauen wird stärker.