4 | 1. Was fördert – und was überfordert?

🎯

Aktivität ja – aber bitte richtig dosieren

Viele Angehörige wollen dem Menschen mit Demenz etwas Gutes tun – durch Spiele, Ausflüge oder Training.
Doch nicht alles, was gut gemeint ist, ist auch hilfreich. Sinnvolle Beschäftigung bedeutet nicht: möglichst viel tun.
Es geht um das richtige Maß – angepasst an Fähigkeiten, Stimmung und Tagesform.

Was Aktivität fördern kann:

bekannte Handgriffe aus dem früheren Alltag (z. B. Gemüse schnippeln, Wäsche falten)

ruhige, strukturierte Aufgaben mit klarer Wiederholung

Tätigkeiten mit Sinn (z. B. Blumen gießen, Tisch decken)

Aktivitäten, die Erinnerungen wecken (z. B. Musik hören, alte Fotos anschauen)

⚠️

Was leicht überfordern kann:

viele Reize gleichzeitig (z. B. Lärm, Gespräche, Fernsehen)

Aufgaben mit zu vielen Schritten oder unklaren Abläufen

zu große Erwartungen („Das konntest du früher doch auch“)

Stress durch Zeitdruck oder Ungeduld

📌

Beispiel aus dem Alltag:

Frau Berger möchte plötzlich nicht mehr duschen. Ihr Sohn versucht es nicht mit Druck, sondern lässt ihr Zeit,
spielt leise Musik – und schlägt später einen gemeinsamen „Wellnesstag“ vor. So klappt es im zweiten Anlauf.