5 | 2. Scham, Angst & Rückzug: verstehen statt verletzen
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Wenn Worte fehlen, sprechen Gefühle – manchmal auch durch Rückzug
Menschen mit Demenz ziehen sich oft zurück.
Sie reden weniger, verweigern Hilfe oder reagieren ungewohnt.
Was wie Ablehnung wirkt, ist oft Ausdruck von Scham, Überforderung oder Angst.
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Typische Reaktionen im Alltag:
Rückzug beim Waschen oder Anziehen
Wut oder Ablehnung bei Hilfsangeboten
Verweigerung von Essen, Trinken oder Medikamenten
Schweigen, Weinen oder Blickkontakt vermeiden
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Was Sie tun können:
ruhig bleiben – auch wenn Verhalten verletzend wirkt
erklären, was passiert – sanft und ohne Druck
Nähe anbieten – durch Berührung, vertraute Rituale
Rückzug akzeptieren – aber liebevoll begleiten
kleine Wahlmöglichkeiten geben („Möchtest du jetzt oder später essen?“)
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Beispiel aus dem Alltag:
Frau Stein will sich nicht mehr waschen lassen. Ihre Tochter setzt sich erst zu ihr, unterhält sich über das Frühstück und streichelt ihre Hand.
Nach einigen Minuten sagt sie: „Komm, ich mache schon mal das warme Wasser bereit.“
Leise, ohne Zwang – und es funktioniert.
