5 | 1. Gefühle ernst nehmen – bei sich und der betroffenen Person

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Demenz betrifft nicht nur den Verstand – sondern auch das Herz

Demenz verändert Denken und Verhalten – aber Gefühle bleiben spürbar.
Die betroffene Person merkt oft sehr genau, ob jemand freundlich ist, ob Nähe ehrlich gemeint ist – oder ob man überfordert ist. Und auch bei Ihnen als Begleitende:r kommen viele Emotionen auf:
Liebe, Sorge, Schuld, Frust – alles darf da sein.

Was Menschen mit Demenz oft fühlen:

Unsicherheit oder Angst („Was passiert mit mir?“)

Scham bei Missgeschicken (z. B. Wortfindung, Orientierung)

Hilflosigkeit – auch wenn sie nicht benannt werden kann

Freude, wenn Nähe und Vertrauen spürbar sind

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Was Pflegende häufig empfinden:

Belastung – durch ständiges Dasein und Reagieren

Schuld – „Ich müsste geduldiger sein“

Hilflosigkeit – bei unerwartetem Verhalten

Liebe und Zuneigung – aber auch Erschöpfung

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Wichtig zu verstehen:

Demenz ändert vieles – aber Gefühle bleiben oft intakt.
Mit Mitgefühl, Ruhe und echtem Interesse kann man Nähe schaffen, auch wenn die Sprache fehlt.

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Beispiel aus dem Alltag:

Herr Berger kümmert sich um seinen Vater, der bei einfachen Aufgaben schnell wütend wird. Früher hat er das persönlich genommen.
Heute weiß er: Es ist die Demenz, nicht die Absicht. Er bleibt gelassen, legt ihm eine Hand auf den Arm – das hilft beiden, wieder zur Ruhe zu kommen.